Social Media Management: Was Agenturen kosten und was sie liefern sollten
Social Media ist längst keine optionale Spielerei mehr. Wer als Handwerksbetrieb, Zahnarzt oder kleinerer Einzelhändler in Bayern nicht auf Instagram, Facebook oder LinkedIn präsent ist, verliert Kundenanfragen an die…
Social Media ist längst keine optionale Spielerei mehr. Wer als Handwerksbetrieb, Zahnarzt oder kleinerer Einzelhändler in Bayern nicht auf Instagram, Facebook oder LinkedIn präsent ist, verliert Kundenanfragen an die Konkurrenz. Das Problem: Social Media richtig zu bespielen, kostet Zeit. Viele Betriebsinhaber haben diese Zeit nicht. Darum landen sie bei der Frage: Sollte ich eine Agentur beauftragen – und wenn ja: Was muss ich dafür ausgeben? Die Antwort ist nicht einfach, weil die Preise wild auseinandergehen. Aber mit den richtigen Fragen kommst du zu einer echten Entscheidung.
Wie viel kostet Social Media Management wirklich?
Die Bandbreite ist enorm. Kleine Agenturen in München berechnen 500 bis 800 Euro pro Monat für Basic-Betreuung. Mittlere Agenturen mit eigenem Videoteam und Grafiker verlangen 1.500 bis 3.500 Euro monatlich. Große Full-Service-Agenturen mit umfassender Strategie, Content-Produktion und Paid Ads landen schnell bei 4.000 bis 10.000 Euro aufwärts.
Freelancer sind oft günstiger: 300 bis 800 Euro monatlich ist hier die Regel. Dafür bekommst du meist eine Person statt eines Teams. Das heißt: Wenn sie im Urlaub ist, läuft nichts. Manche Freelancer verschwinden auch einfach.
Was diese Preise beeinflussen:
- Anzahl der Plattformen: Ein Kanal (z. B. nur Instagram) kostet weniger als drei (Instagram, Facebook, LinkedIn)
- Content-Produktion: Fotos selbst machen ist billig. Professionelle Fotoshootings oder Videos produzieren kostet extra – oft 300 bis 800 Euro pro Shooting
- Posting-Häufigkeit: Täglich posten kostet mehr als dreimal pro Woche
- Paid Ads: Wenn die Agentur auch Werbebudgets verwaltet, kommt die Agenturgebühr oft noch obendrauf (10–20 % des Ad-Budgets)
Das Wichtigste: Günstig bedeutet nicht schlecht, aber es bedeutet fast immer weniger Stunden pro Monat.
Was sollte in einem Social Media Management-Paket enthalten sein?
Hier trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Manche Agenturen posten nur Bilder und schreiben Standard-Texte. Andere liefern echte Strategie.
Ein solides Basic-Paket (500–1.000 Euro/Monat) sollte umfassen:
- Strategie-Gespräch am Anfang: Welche Ziele hast du? Kundenbindung? Neukunden? Lead-Generierung?
- Posting-Planung: Mindestens 4 Wochen im Voraus geplant, nicht ad-hoc
- Mindestens 8–12 Posts pro Monat auf allen vereinbarten Kanälen
- Text und einfache Bildbearbeitung: Nicht einfach deine Handyfotos 1:1 posten
- Community Management: Kommentare und Nachrichten beantworten
- Monatlicher Kurzbericht: Was hat funktioniert? Wie viele Follower dazugekommen?
Ein gutes Premium-Paket (1.500–3.500 Euro/Monat) kommt zusätzlich mit:
- Regelmäßige Videoinhalte: Mindestens 2–4 Videos pro Monat (Instagram Reels, TikTok-Format)
- Professionelle Fotos: Ein bis zwei Fotoshootings pro Quartal
- Umfangreiche Analytik: Detaillierte Auswertung, welche Inhalte funktionieren
- Bezahlte Anzeigen: Die Agentur verwaltet ein monatliches Werbebudget (meist 500–2.000 Euro extra)
- Strategische Beratung: Regelmäßige Gespräche zur Optimierung
Welche Dienstleistungen solltest du NICHT separat bezahlen?
Viele Agenturen rechnen nach Stundensatz (60–120 Euro/Stunde). Das klingt flexibel, wird aber oft zum Kostenfresser. Warum? Weil Social Media ständig „schnelle Anpassungen" braucht. Plötzlich zieht ein Post viral und die Agentur schreibt dir eine Rechnung über 5 Stunden Zusatzarbeit.
Darum ist ein Pauschalmodell für Handwerksbetriebe meist besser.
Mehrkosten, auf die du achten solltest:
- Kampagnen-Setup für Paid Ads (sollte im Premium-Paket enthalten sein, nicht extra)
- „Strategiegespräche" alle 2 Wochen (sollten maximal alle 4 Wochen stattfinden)
- Jede einzelne kleine Grafik extra berechnet (das ist unprofessionell)
- Separate Abrechnung für Content-Erstellung, obwohl die bereits im Paket sein sollte
Eine seriöse Agentur sagt dir am Anfang: „Das ist im Paket enthalten, das nicht." Wenn du ständig nachmessen musst, wer dir grad wieder etwas berechnet, ist das kein gutes Zeichen.
Was zahlt sich tatsächlich aus? Ein Beispiel
Nehmen wir einen Sanitär-Notdienst in Ingolstadt. Die Konkurrenz ist groß. Der Betriebsleiter hat 0 Zeit für Social Media.
Option 1: Agentur für 600 Euro/Monat
- 2 Posts pro Woche auf Facebook und Instagram
- Einfache Grafiken
- Kommentare beantworten
- Ein Bericht pro Quartal
Ergebnis nach 6 Monaten: 200 neue Follower, 2–3 Leads pro Monat über Direktnachrichten. ROI: Schwer zu messen, aber der Betrieb bekommt zumindest regelmäßig Anrufe von Leuten, die ihn auf Instagram gefunden haben.
Option 2: Agentur für 2.500 Euro/Monat
- 4 Posts pro Woche
- Monatliches Video-Shooting mit echten Projekten
- 1.000 Euro/Monat Werbebudget verwaltet
- Wöchentliche Performance-Reports
Ergebnis nach 6 Monaten: 1.200 neue Follower, 15–20 Leads pro Monat, mehrere konkrete Aufträge. Die Agentur kann nachweisen, dass die Ads diese Leads gebracht haben.
Das klingt klar: Variante 2 gewinnt. Aber rechnen wir: 2.500 Euro × 6 Monate = 15.000 Euro. Wenn die Agentur damit 10 zusätzliche Aufträge à 3.000 Euro bringt (für einen Notdienst realistisch), hat sich die Investition mehr als dreifach rentiert.
Variante 1 für 3.600 Euro? Bringt vielleicht 3 Aufträge. Kostet-Nutzen-Verhältnis schwächer.
Das ist das Kernproblem: Billige Agenturen kosten weniger, aber bringen oft zu wenig Ertrag, um sichtbar zu wirken.
Wie du die richtige Agentur findest
Bevor du einen Vertrag unterschreibst:
1. Schau dir ihre Referenzen an. Nicht einfach: „Wir haben 200 Kunden." Sondern: Kannst du sich 3–4 Kundenprojekte ansehen, die der deinen ähneln? Ein Sanitärbetrieb will nicht die Social Media einer Kosmetikpraxis sehen.
2. Frag nach den Zahlen. Wie viele Follower hat Kunde X nach 6 Monaten gewonnen? Wie viele Leads kamen rein? Eine gute Agentur hat diese Daten parat. Wenn sie antwortet „Das messen wir nicht", ist das ein Warnsignal.
3. Ein Strategiegespräch ist kostenlos. Falls die Agentur 300 Euro für ein erstes Gespräch nimmt: nächste.
4. Vertrag checken: Mindestlaufzeit sollte 3–6 Monate sein, nicht 24 Monate. Kündigungsfrist maximal ein Monat.
5. Wer sitzt dahinter? Einzelne Person oder Team? Wenn nur eine Person arbeitet, was passiert in ihrem Urlaub?
Wann lohnt sich Social Media Management überhaupt nicht?
Nicht jeder Betrieb braucht Social Media Management. Ehrlich.
Du kannst die Finger davon lassen, wenn:
- Deine Zielgruppe sitzt nicht auf Facebook/Instagram (z. B. B2B-Maschinenbau mit Kundenkontakt nur über LinkedIn)
- Du keinen Zeit-Puffer hast für Abstimmung und Freigaben mit der Agentur (das braucht immer ein paar Stunden im Monat)
- Dein Marketing-Budget unter 500 Euro insgesamt liegt (dann ist Social Media nicht die beste Investition)
Du solltest es machen, wenn:
- Du Privatkundschaft hast (Handwerk, Friseur, Zahnarzt, Fitnessstudio etc.)
- Du in einem umkämpften Markt operierst
- Du bereit bist, mindestens 1.000 Euro pro Monat zu investieren (darunter ist die Auswirkung minimal)
Die wichtigsten Fragen vor der Beauftragung
Stelle der Agentur diese Fragen, bevor ihr einen Vertrag macht:
- Wie viele Stunden Arbeit pro Monat sind im Paket enthalten?
- Wer genau bearbeitet meinen Account? Ein Mensch oder mehrere im Team?
- Wie wird der Erfolg gemessen und berichtet?
- Was kostet es, wenn ich 2–3 Videos pro Monat zusätzlich möchte?
- Welche Plattformen sind im Paket enthalten?
- Kann ich jederzeit kündigen, oder gibt es Sperrfristen?
Wenn die Agentur ungenaue Antworten gibt oder dich drängelt, zu unterschreiben: Das ist ein schlechtes Zeichen.
Fazit: Budgetierter Einsatz statt Hoffnung
Social Media Management kostet zwischen 300 und 10.000 Euro pro Monat – je nachdem, was du brauchst. Die meisten Handwerksbetriebe in Bayern fahren mit 800 bis 2.500 Euro gut, wenn die Agentur passt.
Das Wichtigste ist nicht der Preis, sondern: Verstehst du, was die Agentur dir liefert? Und können sie zeigen, dass es funktioniert?
Dein nächster Schritt: Hol dir 2–3 kostenlose Angebote. Vergleiche nicht nur die Preise, sondern die Leistungspakete. Und frag nach echten Fallbeispielen. Dann wirst du schnell sehen, wer zu deinem Betrieb passt.
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